Karl Henckell (* Hannover 1864-1921) (zu Engelmacherin) [ von Koschutnig am 2008-12-05 16:48:57 ] Die Engelmacherin
Hier, mein Kind, hier, mein Kind,
Eh deine Mutter kommt, geschwind!
Zuckersüßen Branntewein –
Bald lädt dich der Herrgott ein.
5Schmeckt es, mein Liebchen?
So zieht man euch groß.
Eia, popeia,
Dann sind wir dich los.
Ei so geht’s, ei so geht’s
Zu meinem hübschen Vorteil stets.
Kinder gibt es immer frisch,
Goldne Vögel auf den Tisch.
Wie mich der klingende
Beutel entzückt!
Eia, popeia,
Bald ist mir’s geglückt.
„Bist so blaß, bist so blaß“,
Seufzt deine Mutter und weint sich naß.
I, wer wird da gleich gerührt,
Wenn so’n Mädel Kummer spürt?
Kummer und Elend,
Sünde und Pein,
Eia, Popeia,
Bringen was ein.
(Karl Henckell, Gesammelte Werkw Bd.2, München 1921 S. 35. Zitiert nach Wikisource)
Hier also eine auf Angelisierung spezialisierte Pflegemutter, offensichtlich mit pauschalisierter Vorausabgeltung. DUDEN meint, das Wort umfasse beide Professionen Einen Stritz Butter (zu Stritz) [ von Koschutnig am 2008-12-05 15:58:42 ] erhält die Frau in der oö. Spitzbartl-Sage. Auch bei Anzengruber ("Der Krautschneider-Jokl und die Simmerl-Sephin): ".. dafür bekam selbstverständlich der jeweilige Krautschneider nebst den guten Worten zwar selten Bargeld, doch oftmals Ware, manchen Stritz Butter, manch Ei in die Pfanne, manch Huhn in den Topf." Wieviel Butter ist "ein Stritz"? "Teiflischi Begleiter. (zu Spitzbartl) [ von Koschutnig am 2008-12-05 15:00:59 ] In ganz Eschtrich un Bayern dr Krampus, an mänke Ort aü Kramperl, Krempalar, Bartl, Spitzbartl, Klaubauf oder Hidlbua gnännt. Diä schwarz Gstalt het e ferchtigi Larve uf (dert sait mer Maske). Aus Wikipedia, "Nikolausbegleiter" http://als.wikipedia.org/wiki/Nikolaus-Begleiter Oberösterreichisches Sagenbuch: Ein Knecht in Naarn lebte in arger Not und rief eines Abends den Teufel. Der trat auch schon als Jäger mit einem Sack voll Geld ein. Dafür sollte der Knecht in drei Tagen den Namen des Teufels wissen, "wånn net, ghört dei Seel mein". Dem Knecht war es recht. Am ersten Tag fielen ihm viele Namen ein, am zweiten noch mehr, so daß er sich gar nicht mehr auskannte. Am dritten Tag kam ein Bettelweib ins Haus. Sie hatte auf den Teichtmiesen einen grünen Jäger mit einem Spitzbart und einem Roßfuß über den Zeitlinger Bach hin und her springen gesehen. Dabei rief er immer:
"Guat, daß da Bauanknecht net woaß,
Daß i Spitzbartl hoaß."
So erfuhr der Knecht den Namen und drängte die Bäuerin, daß sie dem Weib einen Stritz Butter gab. Als nun der Teufel kam und höhnisch fragte, wie er heiße, sagte der Knecht: "Peperl?" "Na!" "Hansl?" "Na! Na!" "Dånn hoaßt går Spitzbartl?" Zornig mußte der Teufel dem Knecht das Geld lassen und verschwand.
(Oberösterreichisches Sagenbuch, Nr. 204: Der geprellte Teufel. sehr ähnlich Nr. 205, 206, 207)
Wortschatz (zu Geschirrspüler) [ von Siebenstecken am 2008-12-05 13:27:10 ] Man sollte nicht vom Wortschatz einer einzelnen Person ausgehen. Aber das ist ein umfangreicheres Thema, das am besten in einem Thread im Forum zu diskutieren wäre.
geil-ueppig (zu geil) [ von madfox180 am 2008-12-05 07:35:37 ] Zu meiner Schulzeit gab es noch das Oesterreichisch Woerterbuch in dem das Wort geil mit ueppig oder fette
Speisen bezeichnet wurden.
Mir selbst ist das Wort in diesem zusammenhang gelaeufig auch
wenn bei uns im der Stmk. gern gallig gesagt wird.
Wobei das leider falsch ist, gallig ist bitter!
Nachzulesen im Oesterreichischen Woerterbuch aus den 70ern
Lg. Madfox180 Nachgeahmt und verbessert: (zu Einjährig-Freiwilliger) [ von Koschutnig am 2008-12-04 23:31:31 ] Was heute so österreichisch ist, war eine preußische Erfindung, im Grunde schon während der Napoleonischen Kriege, formell 1867 beim Norddeutschen Bund, 1871 auf das Deutsche Reich übertragen: "Einjährig-Freiwillige"(§ 11 des Gesetzes betr. die Verpflichtung zum Kriegsdienst v.om 9. Nov. 1867): "Junge Leute von Bildung, die sich während ihrer Dienstzeit selbst bekleiden, ausrüsten und verpflegen ..., werden schon nach einjähriger Dienstzeit ...zur Reserve beurlaubt. Sie können...zu Offizierstellen der Reserve und Landwehr vorgeschlagen werden" Effizient, wie man dort ist, steigerte man später: Es gab dann auch Zweijährig-, Dreijährig-, Vierjährig-Freiwillige. Der Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht in D 1919 bedeutete dort das Ende der Einrichtung der Einjährig-Freiwilligen. (Gr. Brockhaus Bd 5.(1930) s.z.B. auch http://www.figuren-modellbau.de/freiwillige.html
@ clavicula: Die Übersetzung hab ich geändert. @ Brezi (zu Mathés) [ von Koschutnig am 2008-12-04 22:32:38 ] Au weh, ist's wieder einmal passiert! Bis zum 'Måtsch' bin ich bei der Eintrag-Suche nicht vorgedrungen - das ist halt ein Problem bei Varianteneinträgen. Doch da du ja keinen mit Endsilbenbetonung hast, lass ich meinen einmal stehen, so sehr weh tut's, dass die bemitleidenswerten jungen Leute auch hier in Kärnten jetzt statt Mathès-Nachhilfe eine solche in Berlin-Synchron®-Mátte nehmen müssen. LG Tagwache (zu jojo in zivü) [ von clavicula am 2008-12-04 22:20:08 ] heißt das Lied von Ambros.
"jojo in zivü, do woar er ned vü.
doch beim militär, do is er wer, jo do is a hoid wer" Als ich vor 3 Jahrzehnten Hörsaal-Zaungast war, (zu Mathés) [ von Brezi am 2008-12-04 19:45:10 ] haben an der TU Wien die Salzburger und Kärntner durchgehend "Mathés" gesagt. Ich als Wiener habe das vorher nicht gekannt. 'Mathe' hielt ich wie du für deutschen Jargon, wurde aber von einem Oberösterreicher eines Besseren belehrt. Wie es z. B. die Steirer sagen, weiß ich bis heute nicht, da es an der TU Wien keine gibt (die gehen nach Graz). In Wien gibt es mehrere Wörter für das Unterrichtsfach Mathematik (vermutlich sowohl lokale und zeitl. Unterschiede). Siehe aber evtl. http://www.ostarrichi.org/wort-10234-at-MÃ¥tsch,+Mathes,+Matik.html Das weiß er, der Beurteiler! (zu Kees) [ von Koschutnig am 2008-12-04 18:28:39 ] Unter 'Keeswasser' steht, dass 'Kees'von althochdeutsch 'ches' kommt, was "Eis" geheißen hat. Heute bedeutet es "Gletscher" sowohl in Westösterreich als auch in Bayern, so steht's auch in allen möglichen Nachschlagewerken, sogar bei Retti, sagt Google. Dieses beurteilende Wesen aus dem Raum Amstetten jedoch urteilt: "Weg damit: Die Übersetzung ist falsch (und das weiß ich - sagt er / sie / es-) und /oder die Schreibung ist völlig unüblich bzw. falsch." Nun, die Schreibung kann's nicht sein, die ist üblich: Da ist das Ankogel Kees, das Lassacher Kees, das Odenwinkel Kees, das Krimmler Kees. Sogar d e r Montafoner Sure-Kees wird so geschrieben, das ist aber ein magerer Kas. Also muss (und das weiß er/sie/es, sagt er/sie/es) die Übersetzung falsch sein. Warum sagt er/sie/es nicht, wie sie richtig wär? @ Amstettner Kommentator (zu pfelzen) [ von Koschutnig am 2008-12-04 16:51:33 ] Der gewünschte Quellennachweis ( Ebner) steht schon da! Retti ist's nicht! Und was sollen überhaupt "die vorliegenden Daten", die du immer in deinen Bewertungen zitierst? Den Kommentar kannst du aber, wenn's dir peinlich sein sollte, löschen.
Es hätt' übrigens eine für uns beide weniger mühselige Art gegeben: Du hättetst mir eine PN schicken können, dann hätt' ich dich aufgeklärt @ Amstettner Kommentator (zu Kees) [ von Koschutnig am 2008-12-04 16:41:36 ] Der gewünschte Quellennachweis: Rechtschreibduden, Mannheim 1986, S 377 Hast du keinen? Retti hingegen hat offenbar einen DUDEN, aus dem er viele seiner Wörter geklaubt hat. Seine Daten dazu scheinen aber hier nicht auf! Den Kommentar kannst du aber löschen, wenn's dir peinlich sein sollte, und das sollte es sein!
Es hätt' übrigens eine für uns beide weniger mühselige Art gegeben: Du hättest mir eine PN schicken können, dann hätt' ich dich aufgeklärt! Und übrigens, in deinem Schnüffeleifer hast du nicht bemerkt, dass ich den DUDEN bei 'Keeswasser' schon angegeben hatte ! @ Amstettner Kommentator: (zu Keeswasser) [ von Koschutnig am 2008-12-04 16:33:04 ] Der gewünschte Quellennachweis: Rechtschreibduden, Mannheim 1986, S 377 Hast du keinen? Retti hat offenbar einen DUDEN! Unangenehm, nicht, dass auch ein Retti so durch den DUDEN gegangen ist. Denkst du, er allein kann das? Den Kommentar kannst du aber, wenn's dir jetzt peinlich sein sollte, löschen. Das geht.
Es hätt' übrigens eine für uns beide weniger mühselige Art gegeben: Du hättest mir eine PN schicken können, dann hätt' ich dich aufgeklärt! @Amstettner Kommentator (zu Kegelstatt) [ von Koschutnig am 2008-12-04 16:31:14 ]
Der gewünschte Quellennachweis: Rechtschreibduden, Mannheim 1986, S 377
Hast du keinen?
Retti hat offenbar einen!
Den Kommentar kannst du aber, wenn's dir peinlich sein sollte, löschen. Es hätt' übrigens eine für uns beide weniger mühselige Art gegeben: Du hättetst mir eine PN schicken können, dann hätt' ich dich aufgeklärt! @ Amstettner Kommentator (zu Übergenuss) [ von Koschutnig am 2008-12-04 16:25:22 ] Quelle: RS-DUDEN, Mannheim 1986, S 702:""österr. Amtsspr. für: Überzahlung". Unangenehm, nicht, dass Retti durch den DUDEN gegangen ist? Du denkst, er allein kann das? Wirst du so höflich sein, deinen unangenehmen Kommentar zu löschen? |